Eichsfelder Tageblatt 27.02.2015

Wertvolle Tipps vom „Kaiser“

Reitsport: Vize-Europameister Heinrich-Wilhelm Johannsmann bildet junge Aktive in Duderstadt aus.

Erstmals residierte der „Kaiser“ in Duderstadt. Genauer gesagt als Gast des RC 78 Duderstadt auf der Reitanlage Fredershausen. „Den Spitznamen verlieh mir mein erster Reitlehrer aufgrund des aufrechten Sitzens im Sattel“, erklärt der 61-jährige Heinrich-Wilhelm Johannsmann, als aktiver Springreiter Gewinner der Silbermedaille bei den Europameisterschaften in der Mannschaftswertung 1979 in Rotterdam und der „Goldenen Peitsche“ vor 13 Jahren beim Burgturnier in Nörten Hardenberg.

Seit über 30 Jahren betreibt der für sein „feines Reiten“ bekannte Westfale Ausbildung an der Basis für talentierte und ambitionierte Reiter und Reiterinnen sowie Trainer. „Ich habe ihn vor 30 Jahren bei meiner eigenen Ausbildung in Göttingen kennengelernt“, sagt der RC-Vorsitzende Jörg Fredershausen, freut sich über den ersten Besuch des berühmten Reitkollegen im Eichsfeld. 21 regional bekannte Reiter aus dem Unter- und Obereichsfeld wie die Fredershausen Töchter Kathleen und Lena sowie der Dingelstädter Michael Schneider und der Wingeröder Phillip Herold bekommen praktische und theoretische Tipps des Gastes. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt der Vize-Europameister, der einige Jahre auch als Equipechef des ukrainischen Teams fungierte, darüber hinaus Pferde von Ludger Beerbaum trainierte. Er lobt die Größe der Reithalle, deren hervorragenden Boden sowie das gute Hindernismaterial als günstige Ausbildungsfaktoren. Aufmerksam lauschen die Teilnehmer den Ausführungen, der zum Ende seiner Karriere das Wiener Hallenderby 2005 gewann.

Für die nächsten drei Jahre hat Johannsmann eine Kooperation mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung über eine intensive Ausbildung in allen 16 Bundesländern geschlossen. Ziel ist die Aus- und Weiterbildung des qualifizierten Reitnachwuchses und der Trainer, die „ich auf den neuesten Stand bringen möchte“.

Gern gesehener Gast und Experte ist der gebürtige Gütersloher noch immer bei den großen Turnieren wie in Aachen und Hamburg. Richtig ins Schwärmen gerät der beruflich ausgebildete Sattler, kommt er auf die Olympischen Spiele 2012 in London zu sprechen. „Damals habe ich Gänsehaut bei der Eröffnungsfeier bekommen“, sagt der Reitsport-Enthusiast, der im heimatlichen Gütersloh-Ebbesloh nur wenige Pferde stehen hat. „Meine erfolgreichen Vierbeiner erhalten mit ihren 25 und 26 Jahren das verdiente Gnadenbrot“, sagt der engagierte Trainer. Er selbst sitzt nur noch selten im Sattel, benutzt zum „Ausritt“ in die Natur neuerdings ein leicht zu handhabenes E-Bike.